Sehr geehrter Herr Schlägel (Präsident wohnen&mehr),
sehr geehrter Herr Nyfeler (Felix Platter-Spital),
liebe Gäste
Im Namen des Regierungsrats begrüsse ich Sie herzlich vor diesem Gebäude, das einst das Felix Platter-Spital beherbergte und in greifbarer Zukunft Zuhause und auch Arbeitsplatz einer bunt durchmischten Gruppe von Menschen sein wird. Der Regierungsrat hat bereits 2015 entschieden, dieses Areal exklusiv dem genossenschaftlichen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen, und ich freue mich sehr, dass die Wohnraumentwicklung hier Gestalt annimmt.
Der Kanton Basel-Stadt ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Region und seit einigen Jahren für Zuziehende wieder attraktiv. Dies zeigt sich auch deutlich in Zahlen: Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ist in den letzten 10 Jahren um 10‘000 Personen auf 200‘000 gestiegen. Der Kanton rechnet damit, dass sich die Bevölkerungszahl bis 2035 um weitere 20‘000 Personen erhöht. Wir sind stolz auf diese positive Entwicklung. Sie zeigt sich aber auch in einem steigenden Bedarf an Wohnraum und der Kanton ist aufgefordert, sich hier zu engagieren.
Der Regierungsrat hat diese Notwendigkeit schon länger erkannt. Es ist seit einigen Jahren unser explizites Ziel, mehr Wohnraum für die gesamte Bevölkerung zu schaffen. Nebst privaten Investoren und dem Kanton als Grundeigentümer hat der Regierungsrat insbesondere die Zusammenarbeit mit den Genossenschaften intensiviert.
Bereits heute sind 4‘100 Genossenschaftswohnungen in Basel auf Grund und Boden des Kantons erstellt, dies entspricht rund 40 Prozent aller Genossenschaftswohnungen im Kanton. Seit Einführung des partnerschaftlichen Baurechtsvertrags Plus wurden fast 400 neue Genossenschaftswohnungen auf Boden des Kantons fertiggestellt und bezogen.
Allein seit 2017 waren es 300 (Kohlistieg in Riehen, Schoren, Bachgraben an der Belforterstrasse und Riehenring). Dies ist jedoch erst der Anfang. In den kommenden fünf Jahren sind weitere rund 1‘200 neue Genossenschaftswohnungen auf Boden des Kantons fertiggestellt oder in Planung. Nach zwölf Jahren guter Zusammenarbeit dürfen Regierung und Genossenschaften stolz sein auf die Früchte ihrer Bemühungen.
Ein schönes Beispiel dafür ist das Areal, auf dem wir hier stehen, das „Westfeld“, wie das ehemalige Felix-Platter-Areal jetzt heisst. Für die Entwicklung dieses grossen Areals wurde eine neue Genossenschaft gegründet: „wohnen&mehr“. Hier werden ab 2019 rund 500 neue Genossenschaftswohnungen entstehen werden, dazu Flächen für Kleingewerbe und Quartiernutzungen. In Basel-West entsteht damit ein neues Quartier, das für Basel neue Dimensionen im Wohnungsbau erreicht.
Die Erstellung von preisgünstigen Wohnungen wird in Basel nicht von den Genossenschaften alleine vorangetrieben. Selbstverständlich engagiert sich der Kanton intensiv mit Projekten wie Maiengasse und Volta Ost sowie mit grossen Arealen wie Volta Nord und Walkeweg. Zusätzlich sind wir in Basel in der glücklichen Situation, dass sich auch private Investoren und Stiftungen dem Thema des preisgünstigen Wohnraums widmen.
Die Adimora Anlagestiftung der Pensimo wird bald ein Baurecht des Kantons in der Region übernehmen und auch die Stiftungen Habitat, Edith Marion, Abendrot und Casallegra sind bekannt für ihr Engagement.
Im vergangenen Juni wurden vier Initiativen angenommen, welche das preisgünstige Wohnen in Basel-Stadt fördern wollen. Zwei Initiativen sind bereits umgesetzt, zur Wohnschutzinitiative hat der Regierungsrat dem Grossen Rat schon im vergangenen Dezember 2018 einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der sich jetzt in der Kommissionsberatung befindet. Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Umsetzung schützt preisgünstigen Wohnraum, wie vom Stimmvolk gewünscht und soll sinnvolle Sanierungen weiterhin ermöglichen. Beide Aspekte sind für eine zukunftsgerichtete Wohnraumentwicklung wichtig.
Vor allem brauchen wir aber auch zusätzlichen Wohnraum im preisgünstigen Segment, dazu leistet dieses Projekt einen grossen Beitrag. In diesem Sinne freue ich mich sehr, an der heutigen Schlüsselübergabe dabei zu sein, wünsche für die Bauzeit alles Gute und freue mich bereits auf ein lebendiges, belebtes Westfeld.
Vielen Dank.
27.06.2019