Standpunktartikel zum Hafenbecken 3
Ein klares Ja zur Verlagerung auf die Schiene
Heute werden im Hafen Kleinhüningen vom Rheinschiff 9 von 10 Containern mit dem LKW und lediglich 1 Container per Bahn weitertransportiert. Das trimodale Containerterminal Gateway Basel Nord verknüpft die Rheinschifffahrt direkt und effizient mit der Bahn und ermöglicht so einen Weitertransport der Container auf der Schiene in und durch die Schweiz. Gelegen am Rheinknie, inmitten des wichtigen europäischen Güterkorridors zwischen Rotterdam und Genua, spielt Basel als logistischer Knotenpunkt eine Schlüsselrolle. Hier kommen die wichtigen Verkehrsträger Strasse, Schiene, Wasser und Luft an einem Ort zusammen. Hier in Basel befindet sich auch der letzte Hafen des schiffbaren Rheins. Hier entscheidet sich, ob die ankommenden Güter per Bahn oder per LKW weitertransportiert werden – sei es für den Import-Export in die Schweiz und aus der Schweiz oder von Süden nach Norden. Mit Annahme der Alpeninitiative haben wir uns ambitionierte Ziele zur Verlagerung des Güterverkehrs gesetzt. Dazu gehört auch, die Güter bei der Verteilung in der Schweiz so lange wie möglich auf der Schiene zu halten. Basel ist der ideale – und einzige - Ort in der Schweiz, um diese Ziele mit einem Umschlagterminal Wasser – Schiene – Strasse voranzutreiben.
Dieses grosse Verlagerungspotenzial hat auch der Bund erkannt. Am Bau des Hafenbeckens 3 beteiligt er sich daher mit 40 Millionen Franken. Dieser Beitrag muss auch vor dem Hintergrund des «Netto-Null-Emissionen»-Ziels des Bundesrats bis 2050 gesehen werden. Demnach müssen wir bis in 30 Jahren unsere Lebensweise so umstellen, dass unter dem Strich keine neuen CO2-Emissionen entstehen. Ein ambitioniertes Ziel, das sich durch eine Anpassung unseres Verhaltens alleine nicht bewältigen lässt. Vielmehr brauchen wir Projekte, die uns dabei unterstützen – welche also nicht nur künftige Verkehre nachhaltig gestalten helfen, sondern vor allem auch die bestehenden Verkehre wirksam von der Strasse wegbringen. Mit der jährlichen Einsparung von 10’000 Tonnen CO2 kann das trimodale Terminal mit dem Hafenbecken 3 einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Dort, wo das trimodale Terminal mit dem Hafenbecken 3 realisiert werden soll, ist über die Jahre im laufenden Betrieb des damaligen Rangierbahnhofs ein wertvolles Trockenwiesen-Biotop entstanden. Die Baubewilligung für das Terminal wird nur erteilt, wenn vollwertige Ausgleichsmassnahmen geschaffen werden, welche das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bewilligt und kontrolliert. Diese Ausgleichsmassnahmen wurden durch die Betreibergesellschaft Gateway Basel Nord und die Schweizerischen Rheinhäfen nun konkretisiert und vorgestellt. Vorgesehen sind Ersatzflächen in einem Gesamtumfang von knapp 46 Hektaren – der vierfachen Menge der Fläche, die überbaut werden soll. Dass diese Ersatzflächen nicht ausschliesslich innerhalb der engen politischen Grenzen des Kantons Basel-Stadt liegen können, liegt auf der Hand und sind für die Bedürfnisse der Natur nicht zwingend.
Am 29. November 2020 stimmen wir über den Beitrag Basels an das Hafenbecken 3 ab, nicht über die Realisierung des Terminals. Ein Ja zum Hafenbecken 3 ist aber die Voraussetzung dafür, dass die effiziente Anbindung Wasser-Schiene überhaupt möglich ist, wenn der Terminal Gateway Basel Nord die Betriebsbewilligung bekommt – sonst landet der Grossteil der Container auch in Zukunft auf der Strasse. Ich stimme überzeugt für das Hafenbecken 3 und sage damit ja zur Verlagerung von der Strasse auf die Schiene, ja zu Arbeitsplätzen in der Logistik in Basel, ja zu mehr Flächen für Wohnen, Freizeit und Arbeiten und ja zu einer nachhaltigen Infrastruktur für ein verantwortungsvolles Wachstum.