Frauen und KI – Internationaler Tag der Frau im Bundeshaus


Rede von Ständerätin Eva Herzog
Parlamentsgebäude, Bern, 6. März 2026

 

Sehr geehrte Herr Nationalratspräsident Page
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, liebe Maja
Werte Damen, Mesdames, care donne

Einmal mehr freut es mich sehr, diesen Saal voller Frauen aus der ganzen Schweiz zu sehen. Maja Riniker und ich dürfen den Verein «Tag der Frau», welcher wir vor zwei Jahren gegründet haben, um den internationalen Tag der Frau mit Euch zu zelebrieren, präsidieren. Und wir freuen uns schon sehr, diesen nach dem heutigen Anlass in die Hände unserer Nachfolgerinnen zu geben: die Nationalrätinnen Katja Christ und Farah Rumy sowie Ständerätin Mathilde Crevoisier Crelier. Katja Christ wird als Vize-Nationalratspräsidentin heute gemeinsam mit Bundespräsident Guy Parmelin das Schlusswort halten.

Pour cette édition 2026 de la Journée des femmes, nous mettons en lumière le thème « Femmes et intelligence artificielle ». Lorsque nous évoquons aujourd'hui l’intelligence artificielle, nous ne parlons pas seulement de technologie. Nous parlons de pouvoir, de répartition, et d’égalité.

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen verändert unsere Arbeitswelt fundamental. Was heisst dies aus gleichstellungspolitischer Sicht? Wird KI bestehende Ungleichheiten verstärken – oder werden wir sie endlich überwinden? Denn es geht nicht nur um Arbeitsplätze. Es geht um wirtschaftliche Unabhängigkeit. Um Rentenansprüche. Um Teilhabe. Um Machtverhältnisse. Wenn Algorithmen Bewerbungen vorsortieren, Kredite bewilligen oder Beförderungen vorbereiten, dann entscheiden sie auf Basis von Daten aus einer Welt, die nie geschlechtergerecht war. Wenn diese Daten nicht kritisch überprüft werden, reproduziert künstliche Intelligenz die Diskriminierung der Vergangenheit – nur schneller, effizienter und unsichtbarer.

Eine KI, die mit historischen Lohndaten trainiert wird, lernt auch den Gender Pay Gap. Eine KI, die Karrieren analysiert, lernt auch die strukturelle Benachteiligung von Müttern. Eine KI reproduziert bestehende Verhältnisse, wirksamer denn je. Für die Veränderungen sind wir zuständig. Technologischer Fortschritt darf nicht auf dem Rücken der Gleichstellung stattfinden.

Aujourd'hui nous aborderons les besoins concrets :

  • Quelle réglementation des systèmes de l'IA est judicieuse sur le marché du travail ?
  • Où et comment devons-nous investir dans la formation continue et la reconversion professionnelle, en particulier pour les femmes qui se trouvent dans les secteurs particulièrement touchés ?
  • Wir brauchen eine aktive Gleichstellungspolitik im Technologiesektor selbst. Denn solange vor allem Männer KI entwickeln, werden auch ihre Perspektiven dominieren.
  • Und wir müssen uns eine grundsätzliche Frage stellen: Wenn Produktivität durch KI steigt – wer profitiert davon? Verkürzte Arbeitszeit, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das wären echte gleichstellungspolitische Fortschritte.

KI kann eine Chance sein. Aber ohne klare politische Leitplanken wird sie bestehende Machtverhältnisse zementieren. Schauen wir also dafür, dass die digitale Transformation nicht zur Rolle rückwärts für Frauen wird. Sorgen wir dafür, dass sie ein Schritt nach vorne ist – für echte Chancengleichheit, für soziale Sicherheit und für eine gerechte Zukunft.

Wie habe ich letzthin gelesen: «Die meisten Jobs werden nicht einfach von einer KI ersetzt, sondern von einem Menschen, der weiss, wie man KI am besten nutzt.» Schauen wir, dass dies möglichst viele Frauen sind!

Und damit gebe ich das Wort an Maja Riniker weiter.

Links:

Medienmitteilung: Frauen und KI – Tag der Frau im Bundeshaus